Light for the Last Days

Werden wir in der Untergrundkirche enden?

Jayne Ozanne, eine leitende Persönlichkeit in der anglikanischen Kirche und ein scheidendes Mitglied des Rates der Erzbischöfe, schrieb einen Bericht, der im Dezember 2004 der Zeitung ‚Times’ zugespielt wurde. Darin heisst es, dass ‚eine Zeit grosser Verfolgung auf uns zukommen wird, welche das Christentum im Westen fast in den Untergrund treiben wird.’

Sie bezieht sich auf eine etablierte Kirche, die ‚fortfährt zu implodieren und sich selber zu zerstören.’ Sie schliesst damit, dass ihre Kirche ‚alle Kennzeichen einer Untergrundbewegung trägt und dass sie tatsächlich eine Widerstandsbewegung im Untergrund werden wird.’

Bestimmt ist die etablierte Kirche in Auflösung begriffen, und zwar durch bittere Zersplitterung über Fragen wie homosexuelle Geistlichkeit und Frauen im Priesterdienst sowie einem Mangel an Leiterschaft, welche zu nichts Wichtigem Stellung bezieht. Tatsächlich steckt das ganze britische Establishment in einer tiefen Krise, wie das Fiasko anlässlich der Hochzeit von Prinz Charles mit Camilla Parker-Bowles gezeigt hat. Im weiteren hat dies auch die Kirche Englands gefährdet, die Charles eine kirchliche Trauung verweigert, jedoch eine Segnung nach der Trauung angeboten hat. Gemäss den eigenen Gesetzen über Scheidung und Wiederverheiratung kommt für sie eine kirchliche Trauung nicht in Frage, da beide für das Auseinanderbrechen ihrer vorherigen Ehe verantwortlich sind. Deshalb sollte ihnen logischerweise kein Segen angeboten werden. Es steht aber fest, dass Charles, wenn er König wird, auch das Haupt der Kirche wird, und dies sorgt für einige Probleme.

Auf der einen Seite zeigt dies, wie absurd es ist, dass ein Monarch auch Haupt der Kirche ist. Charles bekennt sich zu allen möglichen alternativen Philosophien und schien eine Zeit lang mehr zum Islam als zum Christentum hingezogen. Er bekannte sich dazu, dass er Verteidiger nicht des einen Glaubens, sondern verschiedener Glaubensrichtungen ist. Dies bringt seine Ansicht zum Ausdruck, dass alle Götter gleich sind und dass er die Aussage des Herrn Jesus ‚Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben und niemand kommt zum Vater denn nur durch mich’ ablehnt. Deshalb wäre es das Beste, den protestantische Eid, durch welchen der Monarch verpflichtet ist, als Haupt der Kirche Englands den protestantischen Glauben aufrecht zu erhalten, als unhaltbar zu erklären, denn es gibt keine Garantie, dass der Monarch an das protestantische Bekenntnis glauben wird. Dies würde bedeuten, dass die Kirche Englands vom Staat getrennt würde und anderen Denominationen gleichgestellt wäre. Da die meisten Bischöfe der Kirche kaum je für ein biblisches Christentum einstehen, wäre dies der Sache des Evangeliums im heutigen Grossbritannien kaum abträglich.

Auf der andern Seite waren die Staatskirche und die Monarchie wie ein Schutzwall gegen das Eindringen des Gedankengutes aus dem katholisch dominierten Europa in die Angelegenheiten der britischen Inseln. Wenn nun dieser Schutz zusammenbricht, ist der Weg frei, dass Grossbritannien von Europa eingenommen wird, denn wir ordnen unsere Unabhängigkeit der Europäischen Union unter. Das alte, mehr und mehr verwelkende System war weit davon entfernt perfekt zu sein, aber es war dennoch viel besser als das neue Establishment, das nun den Platz des alten einnimmt.

Die Zeitung ‚The Sunday Telegraph’ brachte am 2. Januar 05 unter dem Titel ‚Anerkennen Sie Ihre Herrscher?’ ein Bild von 25 Kommissionsmitgliedern der EU. Der Artikel wies darauf hin, wie viel Macht diese anonymen Bürokraten über jeden Teil unseres heutigen nationalen Lebens haben. Unter diesen Vertretern sind drei frühere Kommunisten, darunter auch die aus Litauen stammende Dalia Grybuskatie, die ihre Ausbildung in Leningrad in der Sowjetunion absolvierte und jetzt die Verantwortung für das EU Budget hat.

In Grossbritannien und in ganz Europa wird das öffentliche Leben in zunehmenden Masse durch ‚politische Korrektheit’ geregelt, welche eine Art Kontrolle darüber ausübt, was man zu Themen wie Sexualmoral öffentlich sagen und lehren kann. Gerade da kommen bibelgläubige Christen unter Druck, besonders jene, deren Tätigkeit im Bildungsbereich, in den Medien, in den Sozial- und Gesundheitsdiensten und daher öffentlich ist. Wenn man sich zum Glauben bekennt, dass homosexuelle Praktiken moralisch falsch sind, riskiert man extreme Feindschaft oder sogar Entlassung von der Arbeitsstelle.

Mit diesem Hintergrund macht es einem sehr betroffen, dass die Regierung eine ‚Bürgerfeier’ für die 18-Jährigen einführen will. Der Chefinspektor der Schulen, David Bell sagte, dass an dieser Feier die Schüler eine Aussage machen sollten, dass sie ‚intolerant gegen Intoleranz sind, d.h. gegen nicht liberale Standpunkte und Haltungen, die gewisse Bereiche der Gemeinschaft erniedrigen, seien es Frauen oder Menschen, die in nicht traditionellen Beziehungen leben.’ Es sollte auch zur Akzeptanz von verschiedenen Glauben, Kulturen und alternativen Lebensstilen führen. Hinter diesen glatten Worten versteckt sich eine Falle. Wir müssen homosexuelle Partnerschaften (und sogar Ehen) als gültig und den heterosexuellen Beziehungen gleichwertig betrachten oder man ist nicht einer der ‚tapferen neue Briten’, zu denen man nach dieser Bürgerfeier gehört.

Diejenigen, welche nicht unterschreiben, könnten zum fanatischen Frömmler gestempelt werden und sind des Bürgerrechtes nicht würdig, weshalb sie zur Zielscheibe von Hass und Verfolgung werden. Dieselbe Taktik wurde in der Sowjetunion angewandt, um Loyalität gegenüber dem Regime zu fördern und Isolation und Verfolgung für Andersdenkende, besonders Christen.

Unter dem Sowjetregime entstanden grundsätzlich zwei Arten von Christentum. Es gab die offiziellen oder registrierten Kirchen, die spurten und innerhalb der von der sowjetischen Staatsmacht gesetzten Grenzen arbeiteten – keine Evangelisation ausserhalb der Kirche, keine Lehre für Kinder unter 18 Jahren, keine Lehre über strittige Fragen (z.B. über die Wiederkunft Christi), keine Kritik am Sowjetregime oder an der kommunistischen Ideologie. Es gab auch die nicht registrierten oder inoffiziellen Kirchen, welche sich grösstenteils unter Verfolgung im Geheimen trafen und es ablehnten, sich dem Diktat des kommunistischen Systems unterzuordnen.

Bricht denn hier jetzt schon etwas Ähnliches auf? Wenn sich die Kirchen der ‚politische Korrektheit’ unterordnen, werden die Themen, worüber gesprochen werden kann, tatsächlich begrenzt sein. Sie werden dann zum Beispiel gegen Rassismus reden, aber nicht über die Verfolgung von Christen in moslemischen Ländern. Sie werden die falsche Vorstellung annehmen, dass viele Wege zu Gott führen und dass man Menschen anderer Glaubensrichtungen nicht evangelisieren sollten. Sie werden lehren, dass die römisch-katholische Kirche einfach ein andere Denomination ist und dass die Reformation ein Fehler war. Aus Menschenfurcht werden sie keine biblische Lehre über Homosexualität und verwandte Themen verbreiten. Sie werden Faschismus verurteilen aber nichts gegen diejenigen sagen, welche unsere Kinder mit unmoralischer Sexualerziehung verderben, was zur Zerstörung der Familie führen wird. All dies tun sie, weil sie von den an der Macht Stehenden angenommen sein wollen, und werden dadurch zu ‚offiziellen Kirchen’ des neuen Europa.

Auf der andern Seite gibt es diejenigen, welche erkennen was geschieht (dies ist jetzt ein winzige Minderheit, die hoffentlich wachsen wird, wenn die Realität immer offensichtlicher wird). Sie entsprechen den unregistrierten Kirchen oder Untergrundkirchen der früheren Sowjetunion und weigern sich zu spuren. Beten wir zu Gott, damit wir den gleichen Mut haben werden wie früher Georgy Vins, Richard und Sabina Wurmbrand, Aida Skripnikova und die Familie Ten Boom, welche sich gegen die Tyrannei erhoben und fest für den Herrn Jesus Christus eintraten.

Bei Fragen zu einem der angesprochenen Themen oder wenn Sie weiterführendes Material in Englisch bestellen möchten, wenden Sie sich bitte direkt an Tony Pearce in London, die Adresse finden Sie auf der letzten Seite; Sie können ohne weiteres auf Deutsch schreiben.

Tony Pearce

Tony Pearce

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