Light for the Last Days

Iran, Israel und der 12. Imam

 

In der Zeitung ‚Daily Express’ vom 29.10.05 erschien ein Bericht über die Drohung von Irans Präsident Ahmadinejad, „Israel von der Landkarte auszulöschen“. Folgende Schlagzeile betitelte den Artikel: „Ein Wahnsinniger plant den dritten Weltkrieg“. Ist das nur Stimmungsmache oder tatsächlich eine Möglichkeit?

Ahmadinejads Sieg bei den kürzlichen Wahlen im Iran wurde von Ayatollah Yazdi, dem radikalsten und linientreusten Vertreter der islamischen Republik, organisiert. Yazdi hat die Regierung Ahmadinejads als ‚die erste islamische Regierung in der Geschichte der islamischen Republik’ gepriesen. Er kontrolliert Ansar Hizbullah, eine militante Organisation, welche mit ihrem weltweiten Einsatz von Selbstmordkommandos droht und bereits 50000 Kämpfer rekrutiert hat. Der Anführer dieser Kämpfer, Mohammadresa Jafari sagte: „Der Feind befürchtet, dass die Kultur des Märtyrertums eine weltweite Kultur all jener wird, die Freiheit lieben.“

Sogar jene, welche die ursprüngliche islamische Revolution von Ayatollah Khomeini unterstützt haben, sind nun über die Richtung verzweifelt, in welche Ahmadinejad das Land führt. Mohamed Abtahi war einmal iranischer Vizepräsident, ist nun aber vom Amt zurückgetreten und warnt, dass die radikalen und linientreuen Islamisten alle Machtzentren unter ihre Kontrolle im Iran gebracht haben. ‚Vor uns und vor euch liegt die lange Nacht der Finsternis’, warnt er. ‚Diese Leute werden die nukleare Karte in der gleichen Weise ausspielen wie die Karte des globalen Terrors.’

Da der Iran weiterhin alle Aktivitäten, die das Anreichern von Uran und dadurch die Herstellung einer Atombombe ermöglichen, fördert, wird dies nicht nur für Israel, sondern für die ganze Welt zur Bedrohung. Trotz der Tatsache, dass die Regierung Irans dem schiitischen Islam folgt und al Kaida von den Sunniten unterstützt wird, ist bekannt, dass führende Mitglieder von al Kaida Zuflucht im Iran gefunden haben und ihnen Unterstützung,

militärische Ausbildung und Ausrüstung zum Terrorismus seit Jahren gewährleistet wird. Die Tatsache, dass sunnitische Unterstützer des Dschihads und Schiiten einander hassen, ist noch kein Grund, nicht zusammenzuarbeiten. Sie haben einen gemeinsamen Feind. Das schlimmste Szenario ist, dass der Iran das Begehrteste an al Kaida liefert, nämlich chemische und biologische Waffen für ihren heiligen Krieg gegen den Westen.

Ahmadinejad gab seine globalen Absichten ummittelbar nach seinem triumphalen Wahlsieg bekannt. ‚Die islamische Revolution war nicht da, um die Demokratie einzuführen. Unsere Revolution trachtet danach, weltweite Macht zu erreichen. Die neue islamische Revolution wird die Wurzeln der Ungerechtigkeit auf der ganzen Welt ausreissen. Das Zeitalter der gottlosen Regimes, der Tyrannei und der Ungerechtigkeit wird beendigt. Die Welle der islamistischen Revolution wird bald die ganze Welt erreichen.’ Ahmadinejad glaubt, dass die Welt auf einen Konflikt zwischen verschiedenen Zivilisationen zugeht und der Islam die einzig glaubwürdige Alternative zur westlichen Herrschaft ist. Zudem ist er überzeugt, dass der Islam siegen kann und wird.

Auf der ganzen Welt gibt es nichts Gefährlicheres als ein religiöser Fanatiker, der versucht, seine Vorstellung von Gerechtigkeit andern aufzuzwingen. Ein Teil von Ahmadinejads Überzeugung stammt von seinem Glauben an die Wiederkunft des 12. Imam. Gemäss der schiitischen Version des Islams versteckte sich der 12. Nachkomme nach Mohammed, bekannt als 12. Imam oder Mahdi, im Jahre 941, vor ca. 1050 Jahren. Die Schiiten glauben, dass er wieder erscheinen wird, wenn die Welt voller Tyrannei und Unterdrückung ist. Sie glauben, dass er im Brunnen von Jamkaran im Iran versteckt ist, welcher ein Wallfahrtsort für Gläubige ist, denn sie werfen dort ihre Zettel mit Bitten um Hilfe in den Brunnen in der Hoffnung, dass der Imam sie lesen wird und ihnen zu Hilfe kommt.

Ahmadinejad sagte: „Die Hauptmission unserer Revolution ist, den Weg für das Wiedererscheinen des 12. Imams, von Mahdi, vorzubereiten. Wir sollten unsere wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Strategien so definieren, dass sie zur Rückkehr des Imams Mahdi passen.“ Seine Regierung führte eine offizielle Kabinettssitzung durch, wo man übereinkam, ein Abkommen mit dem 12. Imam zu unterzeichnen, genauso wie man einen Vertrag mit dem neuen Präsidenten unterzeichnet hat. Die Minister fragten sich darauf, wie denn der versteckte Imam das Abkommen unterzeichnen könnte! Die Lösung des Problems war, das Abkommen in den Brunnen von Jamkaran zu werfen!

Eine grosse Anzahl von Ahmadinejads nahen Verbündeten spricht über die Vorbereitung auf das unmittelbare Erscheinen des versteckten Imams und bringt es ernsthaft und ausdrücklich mit dem Atomprogramm Irans in Verbindung. Sie glauben, dass sie das Erscheinen des Imams dadurch fördern können, indem sie dem internationalen Druck widerstehen und auf die Rechte des Irans auf Atomprogramme bestehen. Da sie glauben, dass der Imam in eine Welt voller Tyrannei und Unterdrückung komme, meinen sie, das Böse, die Tyrannei und die Unterdrückung weiter ausbreiten zu müssen, damit das Kommen des 12. Imam erleichtert wird. Wie kann man denn mit einer solchen Regierung umgehen?

Sowohl George Bush als auch Tony Blair machten Aussagen, dass sie es nicht ausschliessen, Gewalt gegen den Iran einzusetzen. Israel hat nie tatenlos zugeschaut, wenn ein Feind ihnen mit Zerstörung gedroht hat. 1981 zerstörte die israelische Luftwaffe Saddam Husseins Atomreaktor in Osirak und hat dadurch dem irakischen Atomprogramm ein Ende gesetzt. Die Iraner drohten, dass ‚sie die Tore der Hölle öffneten’, wenn sie von aussen angegriffen würden. Sie könnten Terrorangriffe auf der ganzen Welt veranlassen, Tanker im Golf angreifen und im schlimmsten Fall die Strasse von Hormuz schliessen, durch welche 40% des Ölverbrauchs der ganzen Welt aus dem persischen Golf transportiert wird. So eine Tat würde eine weltweite Rezession auslösen. Die Krise nach dem Yom Kippur Krieg 1973 wäre im Vergleich dazu nur ein kleiner Vorgeschmack. Das könnte tatsächlich den dritten Weltkrieg auslösen.

Die Situation im Iran sieht langsam so aus, als wäre sie eine Mischung aller Elemente der endzeitlichen Prophezeiung. Der Glaube an ein Wiedererscheinen eines falschen Propheten facht ein Feuer von gewaltigem Hass gegen den Westen und gegen Israel an. Das alles ereignet sich in einem Land, das mit der Hilfe Russlands atomare Macht gewinnt und durch seinen Besitz von riesigen Ölvorkommen einen grossen potentiellen Wohlstand hat.

Die Bibel sagt uns, dass in der Endzeit alle Nationen der Erde in den Ereignissen des Nahen Ostens miteinbezogen sein werden. In Jesaja 13 steht eine Prophezeiung über Babylon (Irak, Gebiet um den persischen Golf), das sich mit dem Ausdruck „Tag des Herrn“ auf die Endzeit bezieht, wenn die Sterne, die Sonne und der Mond nicht mehr scheinen und der Herr die Welt für ihre Bosheit bestrafen wird (Verse 10-11). In dieser Prophezeiung ist von einer Armee die Rede, die zum Kampf aus einem fernen Land zusammengezogen wird. In Jeremia lesen wir auch, dass ‚eine grosse Nation und viele Herrscher von den Enden der Erde aufstehen werden’, um gegen Babylon zu kämpfen (Jeremia 50. 41-42).

Hesekiel 38-39 spricht von einem Krieg gegen Gog und Magog als eine grosse Nation im äussersten Norden von Israel (Russland), die bei einer grossen Invasion im Land Israel von Verbündeten einschliesslich Persien (Iran) unterstützt wird; das führt dazu, dass der Herr direkt eingreift, um Israel zu retten und um Gericht über jene Nationen zu bringen, die sich in den letzten Tagen gegen Israel gerichtet hatten. Interessant ist, dass Russland für den Nachschub von nuklearer Technologie im Iran verantwortlich ist. Das ist der Hauptgrund, dass der Iran zu einer solchen Bedrohung für die ganze Welt wurde.

Jeremia 25.32 spricht über eine Zeit, wenn „eine Plage von einem Volk zum andern kommen wird, und ein grosses Wetter (Wirbelwind) erweckt werden wird aus einem fernen Lande“. Die Nationen halten nach einer Möglichkeit Ausschau, um die Weltwirtschaft in den Griff zu bekommen und Krieg zu verhindern, um dadurch das Unheil abzuwenden. Die Sicherheit der Nationen ist in internationalem Ausmass bedroht, deshalb ist es menschlich gesehen logisch, eine globale Struktur zu Verminderung dieser Bedrohung aufzubauen. Eine ganze Anzahl von Prophezeiungen weist auf einen Zusammenschluss der Nationen in einer Art Weltregierung hin.

Ein Sturz der Regierung Ahmadinejads, nicht durch den Westen oder Israel, sondern von innen heraus, ist sicher die hoffnungsvollste Möglichkeit, die endzeitliche Katastrophe hinauszuschieben. Dies ist gar nicht unmöglich, da sogar die Mullahs, welche ein islamistisches Regime unterstützen, durch den Extremismus alarmiert sind. Eine grosse Anzahl Iraner wünschen sich auch, dass die Regierung der Mullahs zu einem vollständigen Ende kommt und eine offenere und liberalere Regierung die Macht ergreift. Enttäuschung mit dem Islam schafft eine Öffnung dem Christentum gegenüber. Unter Iranern, die wegen des Regimes im Exil leben, wächst die Bereitschaft, Jesus Christus als Retter und Herrn anzunehmen. Wir sollten für den Iran beten und uns daran erinnern, dass in der biblischen Zeit nicht alle persischen Könige dem Volk Israel gegenüber feindlich eingestellt waren.

Kores (Cyrus), vormals der grösste Perserkönig, wurde vom Herrn in Jesaja 45.1 „der Gesalbte“ genannt und gab auch den Erlass für Israels Rückkehr aus der Gefangenschaft und den Wiederaufbau des Tempels heraus (Esra 1).

Tony Pearce

Tony Pearce

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